Don Quijote und die Literatur

Di, 16-18 Uhr, LG 1, 219

Kursbeschreibung:

Dass intensives Lesen verrückt machen kann, ist die Erfindung einer Kultur, die die Macht des gedruckten Wortes bewundert und fürchtet. Miguel de Cervantes’ Don Qujote ist das vielleicht berühmteste Beispiel dieser Mischung von ‚Bibliolatrie‘ und ‚Bibliophobie‘, die in der Frühen Neuzeit entsteht und die die Möglichkeit einer Pathologie, gleichzeitig aber auch einer Faszinationsgeschichte des Lesens eröffnet. Das Seminar möchte zum Einen – auch, aber nicht nur für Hispanisten– eine Einführung in diesen Schlüsseltext der Weltliteratur und, verbunden damit, in grundlegende Aspekte der Erzähltextanalyse geben. Zum Anderen soll die charakteristische Mischung aus Bibliolatrie und Bibliophobie, die Cervantes’ Roman prägt, bis hinein in die Literatur des 20. Jahrhunderts verfolgt werden – dabei soll u.a. der Frage nachgegangen werden, welchen Wandlungen die Lektürepathologie bzw. die Faszinationsgeschichte des Lesens seit der Frühen Neuzeit unterworfen sind.

Zumindest der erste Teil des Don Quijote sollte zu Semesterbeginn gelesen sein, Spanischkenntnisse sind keine Voraussetzung für die Kursteilnahme, werden aber dringend empfohlen – für Hispanist(inn)en ist die Arbeit mit dem spanischen Originaltext verpflichtend. Die Anschaffung der beiden Bände des Don Quijote in spanischer oder deutscher Fassung ist unverzichtbar. Empfohlen werden in für den spanischen Text die zweibändige Ausgabe von Luis Murillo (Clásicos Castalia), für die deutsche Fassung die einbändige Neuübersetzung von Susanne Lange (Hanser), ersatzweise die Übersetzung von Ludwig von Braunfels (dtv).

Kursmaterialien
(alle Dateien sind zugangsgeschützt, Kennwort beim Kursleiter erfragbar):

 



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