Romanistik und World Literature I: Die Karibik

Do 12:00-14:00 LG 1/214
Semesterapparat: 1087

Kursbeschreibung:
2007 wurde in Frankreich ein Manifest veröffentlicht, das dem französischsprachigen Literaturbetrieb attestiert, den Anschluss an die Postkolonialismusdebatte der Kulturwissenschaft verpasst zu haben: Statt eine transnationale World Literature zuzulassen, halte die Formel von der „Francophonie“ als Gesamtheit der Literaturen in französischer Sprache letztlich an einem kolonialen Grundgedanken fest, der auf Frankreich, genauer: auf Paris zentriert sei. Ob dieser Vorwurf berechtigt ist oder nicht, soll zunächst durch einen Blick auf Gründungsdokumente der Francophonie- Debatte im Vergleich mit der aktuellen Diskussion um den Begriff Weltliteratur diskutiert werden; exemplarisch vertieft werden soll die Thematik in diesem Kurs (der in späteren Semestern hinsichtlich der französischsprachigen Literatur in anderen Weltregionen fortgesetzt werden soll) anhand der Lektüre von literarischen Texten aus der Karibik, die sich vielleicht am nachhaltigsten aus der französischen Literaturtradition zugunsten einer Ästhetik gelöst haben, die insbesondere Phänomene der Hybridisierung und Kreolisierung in der Vordergrund stellen und dabei ‚Welt’ anders konzipieren als auf ein koloniales ‚Mutterland’ zentriert. Ergänzend zu französischsprachigen Texten können hierbei auch spanischsprachige Texte behandelt werden; die Lektürefähigkeit in Französisch ist Voraussetzung für die Kursteilnahme.

Literatur: Primärtexte: insbes. Alejo Carpentier, El reino de este mundo; Patrick Chamoiseau, Texaco; Maryse Condé. Traversée de la mangrove

Kursmaterialien (zugangsgeschützt, Password beim Kursleiter erfragbar):

 



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