Kannibalen im Film

gemeinsam mit Wolfgng Struck
A-Woche: Di 20:00-22:00 LG 4/D08 und Mi 12:00-14:00 LG 4/D02

Kursbeschreibung:

Die Teilnehmerzahl für das Seminar ist auf insgesamt 30 Personen beschränkt (die Teilnahme an dem Seminar vom Wintersemester 2008/09 ist dabei nicht Voraussetzung) – eine Bewerbung für das Seminar erfolgt bis zum 31.3. per Motivationsschreiben an eine der folgenden Mailadressen: wolfgang.struck(at)uni-erfurt.de oder joerg.duenne(at)uni-erfurt.de.

In Fortsetzung eines Seminars vom Wintersemester 2008/09, das der frühneuzeitlichen ‚Erfindung’ des Kannibalen in Amerika gewidmet war, beschäftigt sich dieses Seminar mit der kulturellen Verortung von Kannibalen im 20. Jahrhundert und wird sich dabei schwerpunktmäßig auf Kannibalen-Filme beziehen – von frühen (pseudo-) ethnographischen Filmen über die französische Nouvelle Vague, das brasilianische Cinêma novo, die unter dem Titel mondo cannibale bekannten, vorwiegend in Italien produzierten exploitation-Filme der Siebzigerjahre bis hin zu neueren amerikanischen Filmen, die um die Figur des Hannibal Lecter kreisen. Erweitert werden kann dieses Spektrum durch einzelne Filme, die verschiedenen Spielformen des Kannibalen innerhalb der jeweiligen Kulturen nachspüren, wie „Soylent Green“ (1973, Richard Fleischer), „The Hills Have Eyes“ (1977, Wes Craven; Remake 2006, Alexandre Aja), „The Cook, the Thief, his Wife and her Lover“ (1989, Peter Greenaway), „Alive“ (1993, Frank Marshall), „The Joy Luck Club“ (1994, Wayne Wang), Der Totmacher (1995, Romuald Karmakar). Als Leitfaden soll dabei die Frage dienen, wie die Alterität der Kannibalen das Imaginäre einer unerforschten geographischen Fremde frühneuzeitlicher und kolonialer Entdeckungsreisen reinszeniert und mit einer räumlich vorgestellten ‚Entlegenheit’ bestimmter Bereiche der menschlichen Psyche engführt – exemplarisch deutlich wird dies an Joseph Conrads Erzählung Heart of Darkness, deren Lektüre am Anfang des Seminars stehen soll.

Literatur: Zur Vorbereitung: Joseph Conrad, Heart of Darkness (1902), div. Ausgaben; Christian Moser: Kannibalische Katharsis. Bielefeld: Aisthesis 2005; Michaela Krützen: „I’m having an old friend for dinner“. Ein Menschenfresser im Klassischen Hollywoodkino, in: Daniel Fulda/Waler Pape (Hg.): Das Andere Essen. Kannibalismus als Motiv und Metapher in der Literatur, Freiburg: Rombach 2001, S. 483-531 [mit ausf. Filmographie]

Kursmaterialien (zugangsgeschützt, Password beim Kursleiter erfragbar):

 



© dispositio