Stadtplan und Erzählung in Literatur und Film

Mi, 12-14, Raum  LG 4, D 06
Semesterapparat Nr. 1082

Kursbeschreibung:

„Ließe nicht ein passionierender Film sich aus dem Stadtplan von Paris gewinnen?“ (W. Benjamin)

Der Stadtplan besitzt in der literarischen Moderne wie auch im Film große Beliebtheit als ‚Erzählgenerator’ für fiktive Handlungen; seine Funktion variiert dabei zwischen der Suggestion panoptischer Kontrolle über den städtischen Raum, wie dies beispielsweise die Kriminalliteratur und der film noir praktiziert, und der Entfaltung spielerischer Kombinatoriken, wie etwa in den Avantgarde-Experimenten des 20. Jahrhunderts. Das Seminar möchte sich, mit einem Schwerpunkt auf romanistischen Texten und Filmen aus dem 20. Jahrhundert, diesen Möglichkeiten widmen, mit dem Stadtplan zu erzählen. Neben der Lektüre von Stadtplänen selbst werden dabei Texte von Jorge Luis Borges über die französischen Situationisten bis zu den Prosagedichten Jacques Rédas und Filme von Jean-Pierre Melville bis Jacques Rivette zu diskutieren sein. Eigene Vorschläge von Stadtplantexten und –filmen sind ausdrücklich willkommen.

Zur Einstimmung: Achim Hölter, Volker Pantenburg, Susanne Stemmler (Hg.): Metropolen im Maßstab. Der Stadtplan als Matrix des Erzählens in Literatur, Film und Kunst. Bielefeld: transcript [i.V.].

 



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