Gustave Flauberts "Trois Contes" - Mikrolektüren

Di 16:00-18:00 LG 1/218
Semesterapparat Nr. 1043

Kursbeschreibung:
Trois contes ist 1877 der letzte Text, den Gustave Flaubert zu Lebzeiten veröffentlicht hat – in den drei vergleichsweise kurzen Erzählungen bündelt sich eine gesamte Ästhetik, der im Seminar in detaillierten Lektüren nachgegangen werden soll und die mit dem gängigen Etikett vom ‚Realismus’ Flauberts nur unzulänglich erfasst ist. Flaubert plant, in einem Triptychon aus drei Erzählungen „du Moderne, du Moyen Age et de l’Antiquité“ zu versammeln – damit benennt er gleichzeitig die Fluchtlinien seiner großen Romane, die wie die ‚moderne’ Erzählung „Un coeur simple“, um die moderne Dummheit, wie die mittelalterliche Legende Saint-Julien-l’Hospitalier um das Heilige oder wie die zur Zeitenwende spielende Erzählung Hérodias um antike Gewalt- und Opferphantasien der Antike kreisen. Insofern lassen sich Trois contes als besonders geeignete Einführung in Flauberts Werk verstehen, die alle SeminarteilnehmerInnen im Laufe des Semesters durch die Kenntnis mindestens eines der Flaubertschen Romane erweitern werden. Neben der Analyse von Erzählverfahren sowie des Flaubertschen Stils soll ein Schwerpunkt des Kurse auch auf der Schreibarbeit Flauberts selbst liegen, die durch die Überlieferung der Manuskripte („avant-textes“) rekonstruierbar ist und einen Einblick in den komplexen Prozess vermitteln soll, durch den Flauberts Schreibverfahren hindurchgeht. Voraussetzung für die Teilnahme ist die uneingeschränkte Lektürefähigkeit literarischer Texte in französischer Sprache – das Seminar wird ausschließlich mit
Originaltexten arbeiten.

Literatur: Empfohlene Textausgabe: Gustave Flaubert, Trois Contes, éd. P.-M. de Biasi, Paris: Flammarion GF 2007.

Kursmaterialien (zugangsgeschützt, Password beim Kursleiter erfragbar):

 



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